Künstlerische Biographie

Gunter Fröhlich

wurde geboren am 6. Juli 1965 in Limbach-Oberfrohna nahe Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt.

Er war Gitarrist, Musiker und Liedermacher, malte, zeichnete und schrieb Gedichte, Texte und Theaterstücke.

Schon in Jugendjahren war er von der Gitarre, von Blues- und Rockmusik fasziniert und interpretierte noch zu DDR-Zeiten viele Klassiker dieses Genres. Die Altstadt-Blues-Band mit Gunter (Gitarre, Gesang), Steffen Winkler (Gitarre, Bluesharp), Jörg Abt (Schlagzeug), Thomas Winkler (Bass) und dem Mädchen für alles – Hartmut Schönstein am Mischpult – ließ so manchen DDR-Tanzsaal erbeben.

Nach der Wende zog Gunter nach Bayreuth, in dessen Umgebung die anderen „Altstädter“ inzwischen schon wohnten. Die Altstadt-Blues-Band lebte und rockte mit ein paar Besetzungsänderungen bei Bass und Schlagzeug noch ein paar Jahre weiter, im Westen wie im Osten.

Gunter hatte aber schon lange eigene deutsche Texte und Kompositionen im Kasten – einige davon schon im „Altstadt“-Repertoire, andere wollte er nun mit neuer Band unter eigenem Namen stärker in die Öffentlichkeit tragen. Mit Markus Kopschitz (Schlagzeug), Marcus Leclaire (Gitarre, Gesang), Volker Hahm (Tasten), Jörg Abt (Perkussion) und Georg Hofmann (Bass) formierte er 1995 das Gunter-Fröhlich-Ensemble, mit dem er größtenteils eigene Songs aufführte. Daneben bearbeitete und übersetzte er für seine Band auch Klassiker von Fernando Sor bis Bob Dylan.

Die Gruppe um Gunter Fröhlich wurde noch einige Male umgebaut; es spielten zeitweise mit u.a. Steffen Winkler (Gitarre, Bluesharp), Thomas Blumensaat (Schlagzeug), Gunnar Gentzsch (Saxophone). Die letzte Formation bis Ende 2004 bestand aus Gunter, Markus Burucker (Schlagzeug, Gesang), Rainer Hartmann (Gitarre), Hans Martin Gräbner (Tasten), Georg Hofmann (Bass). Als Vermächtnis all dieser Bands dürfen zwei CDs gelten:

„Yes Alter“, 1998 in Murnau beim langjährigen Tonmann der Band, Martin „Mash“ Schulze aufgenommen

und

„Wichtige Sachen“, 2003 bei Markus Kopschitz im Backyard Studio Bayreuth eingespielt.

Darin spiegelt sich Gunters ganzes musikalische Spektrum von folkiger Liedermacherkunst mit wunderschönen  Gitarrenballaden à la Wader und Kottke bis Jazz, Rock und Funk. Seine Texte umgreifen und erfassen alle menschlichen Themen von Liebe über Politik und Psychologie bis zu feinen Alltagsbeobachtungen und Endzeitreflexionen.

2003 war Gunter auch Nachwuchspreisträger der Hanns-Seidel-Stiftung und trat bei „Lieder an einem Sommerabend“ nahe Kloster Banz auf.

Gunter war weder der gehobenen Tanzmusik noch dem leichten Jazz abhold; mit Siggi Michls „Stadtmusigg“ und ähnlichen Formationen hatte er etliche Auftritte auf Festen in Bayreuth und Umgebung mit Kollegen wie Thomas Blumensaat (Schlagzeug), Wolfgang Rieß (Bass), Siggi Michl (Schlagzeug und Gesang), Volker Hahm und Tobi Mayerl (Tasten), Andrea „Bibi“ Bibel (Gesang), Rainer Hartmann (Gitarre) und anderen. Allein und mit Wolfgang Rieß zusammen konzipierte er auch Klangbilder und Musik zur Aufführung von Stummfilmklasssikern (z.B. von Fritz Lang).

Daneben blieb Gunter dem Blues und dem traditionellen Rock stets treu: Mit seinem alten Weggefährten Steffen Winkler führte er jahrelang im Gitarrenduo Klassiker des Genres auf. Dokumentiert ist das auf der CD „Double Trouble“ (1997 Backyard-Studio).

Zuletzt fand Gunter noch eine musikalische Heimat bei den „ Transpiraten“, einer Bayreuther Rockgruppe, die bis heute handgemachte eigne Songs mit deutschen Texten macht. Neben Sänger und Schießer-Feinripp®-Träger Alexander Christ, Schlagzeuger Tim Kolb, Bassisten Christian Ebert und Gitarristen Tom Petrick konnte Gunter an Gitarre und Hammondorgel entspannt und von der Verantwortlichkeit eigner Bandleitung befreit hier mal ganz getrost abrocken. Dieser Zusammenarbeit verdanken wir u.a. auch eines seiner letzten Stücke: Fred Astaire, eine Parabel über die unerträgliche Leichtigkeit bzw. Schwere des Daseins.

Mitten in den Planungen für neue eigene Stücke starb Gunter Fröhlich überraschend am 16. Oktober 2007 in seiner Wahlheimat Bayreuth.

Er wurde beerdigt im Familiengrab in Limbach-Oberfrohna.

Danke Gunter.
Was bleibt, sind Deine Lieder.